Bitcoin - was wir davon gelernt haben!

Es ist für ein Familienunternehmen etwas ungewöhnliches sich mit Bitcoin zu beschäftigen. Aber hey, Bitcoin ist eine ungewöhnliche Technologie und ungewöhnliches passt einfach zu Tiedge. Aber zu aller erst: Wir sind keine Experten auf diesem Gebiet und wir wollen nur das Verständnis der Technologie für Interessierte erweitern, weil wir vom Bitcoin-Fieber angesteckt wurden. Diese Seite auf unserer Webseite entstand aufgrund einer einfachen Frage: Was haben wir von Bitcoin gelernt?

Don´t trust, verify

Wie Bitcoiner gerne sagen: recherchiere selbst und vor allem: nicht vertrauen, sondern überprüfen! Wir glauben, dass Bitcoin verstanden wird, sobald man dazu bereit ist es zu verstehen. Wir glauben, dass Bitcoin die wichtigste Erfindung unserer Zeit ist und mehr Menschen die Natur dieser Erfindung verstehen sollten. Deshalb können Sie in Zukunft:

1. mit Bitcoin Ihre Rechnungen bezahlen

2. an unseren Erklärseminaren teilnehmen.

Bitcoin hat uns beigebracht, dass es sich nicht ändern wird. Wir werden es.

Bitcoin ist von Natur aus schwer zu beschreiben. Es ist ein neues Ding, und jeder Versuch es mit etwas anderem zu vergleichen, wird scheitern. Jedoch sind zwei Aspekte wesentlich: Dezentralisierung und Unveränderlichkeit.


Man kann Bitcoin mit einem automatisierten Gesellschaftsvertrag vergleichen. Die Software ist nur ein Teil des Ganzen. Jedoch Bitcoin durch eine Änderung der Software zu ändern ist zwecklos. Man müsste den Rest des Netzwerkes davon überzeugen die Änderungen zu übernehmen. Die Beschaffenheit von Bitcoin ist so, dass nach der Veröffentlichung der Version 0.1 das Kerndesign für den Rest seines Lebens in Stein gemeißelt ist. Der Herzschlag des Bitcoin-Netzwerks wird alle unsere überdauern. Diese Erkenntnis änderte unsere Zeitpräferenz, unser Verständnis von Wirtschaft. Wenn Ihnen das alles verrückt vorkommt, sind sie in guter Gesellschaft. All das ist verrückt, und doch passiert es.

Bitcoin hat uns beigebracht was echte Knappheit ist.

Im Allgemeinen scheint der Fortschritt der Technologie Güter erschwinglicher zu machen, so dass diese immer reichlicher vorhanden sind. Bitcoin durchbricht diesen Trend und schafft einen Rohstoff, der wirklich knapp ist. Das Angebot kann nicht vergrößert werden, egal wie viel Aufwand jemand betreibt, um mehr davon zu erschaffen. Paradoxerweise geschieht dies durch einen Kopiervorgang. Transaktionen werden verteilt, Blöcke werden verbreitet (das verteilte Kontenbuch; distributed Ledger). Insgesamt ist das Angebot auf 21 Millionen bitcoin gedeckelt.

Bitcoin hat uns beigebracht, dass Lokalität eine knifflige Angelegenheit ist.

Bei Bitcoin ist die Frage nach dem "Wo" wirklich knifflig. Wo genau sind die Bitcoins? Bitcoin ist keine Währung oder etwa Geld, sondern Code. Dieser Code ist Sprache. Jede Transaktion wird in einem Kontenbuch ("Ledger") fälschungssicher verschlüsselt (kryptografisch) niedergeschrieben und durch vollständige Replikationen verteilt, d.h. dieses Kontenbuch ist überall ("distributed Ledger"). Also es gibt überhaupt keine Bitcoins! Jeder Eintrag in dieses Kontenbuch wird als Bitcoin bezeichnet. Was bestitz man nun also, wenn man sagt: "Ich habe einen Bitcoin", wenn es keine Bitcoins gibt? Um Eintragungen in das Kontenbuch zu tätigen, benötigt man 12 Worte (Private Key) - die Schlüssel um Bitcoins zu bewegen. Dieser private Schlüssel, bestehend aus 12 Worten, sind im Grunde genommen die Bitcoins.

Bitcoin hat uns beigebracht, dass sich Dezentralisierung und Identität widersprechen.

Der Ledger, in dem steht, wer was besitzt, das Kontenbuch ist praktisch die einzige dauerhafte Eigenschaft des Netzwerkes. Identität berührt die Frage, ob ein Gegenstand seine Identität verliert, wenn viele oder gar alle seiner Einzelteile nacheinander ausgetauscht werden. Bitcoin zwingt uns über die Metaphysik der Identität nachzudenken.

Der Bitcoin Code ist Open Source, was bedeutet, jeder kann eine Kopie des Codes herunterladen und ändern, was er möchte. Das aber zu ändern, was die Teilnehmer des Bitcoin-Netzwerkes als echt betrachten, das ist schwer. Eine Verbesserung der Regeln kann nur per "Hard Fork" erfolgen. Soll sagen: jeder Knoten im Netz, der aktiv bleiben möchte, muss die Verbesserung übernehmen. Bitcoin ist ein Netzwerk, dass kein Vertrauen vorraussetzt, während es dennoch sicherstellt, dass die über das Netzwerk gesendete Informationen wahr sind. Bitcoin ist ein vollständig freiwilliges System ohne formale Führung.

Bitcoin hat uns beigebracht, dass Entstehungsgeschichten wichtig sind.

Jeder liebt eine gute Entstehungsgeschichte. Wer ist Satoshi Nakamoto, der Erfinder von Bitcoin? Keiner weiß es. Und das ist wichtig. Anonymität ist wichtig für die Dezentralität eines Systems. Keine zentrale Steuerung. Keine zentrale Behörde. Niemand, der verfolgt, gefoltert oder erpresst werden kann. Eine unbefleckte Empfängnis von Technologie.

Bitcoin lehrte uns, dass in einer freien Gesellschaft freie Meinungsäußerung und freie Software unaufhaltsam sind.

Bitcoin ist eine Idee. Jeder Aspekt von Bitcoin ist Text. Die Software, die von Knoten ausgeführt wird, ist Text. Das Kontenbuch ist Text. Transaktionen sind Text. Öffentliche und private Schlüssel sind Text. Jeder Aspekt von Bitcoin ist Text und damit gleichbedeutend mit Sprache. Jedes Mal, wenn eine Regierung versucht Text oder Sprache zu verbieten, gehen wir einen weiteren Schritt in Richtung Totalitarismus.

Bitcoin hat uns beigebracht, das Wert subjektiv aber nicht willkürlich ist.

Wert ist etwas Paradoxes und es gibt mehrere Werttheorien die versuchen zu erklären warum wir gewisse Dinge höher als andere bewerten. Die Praxeologie von Ludwig von Mises geht davon aus, dass ein Wert subjetiv zu bemessen ist, da ein Mensch so handelt, dass das Ergebnis seines Handelns ihm einen höheren Nutzen bringt. Ein weiteres Kriterium warum Mensche etwas wertvoll erachten ist die Verfügbarkeit bzw. Knappheit eines Gutes. Wenn wir etwas sehr leicht kopieren können oder es im Überfluss da ist, schätzen wir es nicht. Bitcoin ist extrrem selten, immer schwieriger zu produzieren, kann nicht ersetzt werden (wenn der private Schlüssel verloren geht) und es ermögicht uns innovative Dinge zu tun. Es ist ein Wertspeicher, der es Einzelpersonen ermöglicht ihr Vermögen unabhängig von Banken, Regierungen oder anderen Dritten aufzubewahren.

Bitcoin hat uns beigebracht, was Geld ist.

Das Tolle an Geld ist, dass es gegen alles andere eingetauscht werden kann. Aber was ist Geld im Kern eigentlich? Obwohl wir es jeden Tag benutzen, ist diese Frage überraschend schwer zu beantworten (zumindest in der Kürze). Im Endeffekt ist Geld alles , was Menschen als Geld (Tauschmittel) verwenden, z.B. könnte dies auch Gold, Silber etc. sein. Jedoch akzeptiert der Staat zur Zahlung der Steuerschuld nur Papiergeld in Form von Euro (gesetzliches Tauschmittel/Zahlungsmittel). Zusätzlich ist Geld aber auch ein Wertspeicher und eine Verrechnungseinheit. Eine Welt ohne diese Verrechnungseinheit wäre wahnsinnig kompliziert: Wie viele Fische kosten neue Schuhe? Zur Zeit wird jedoch die Funktionsweise des Geldes korrumpiert. Heute wird fast die gesamte Geldmenge von der EZB (Europäischen Zentralbank) aus dem Nichts erschaffen. Man nennt dieses Geld "Fiatgeld", weil jemand sagt, dass es Geld ist. Dabei muss man immer im Hintergrund beachten, dass Papiergeld (z.B. Euro oder Dollar) immer ein Schuldtitel ist. Das bedeutet, wenn die EZB das neu gedruckte Geld in den Geldkreislauf bringt, dann sind es Schulden. Alles Geld sind Schulden!

Bitcoin hat uns beigebracht, dass solides Geld unerlässlich ist.

Hartgeld, auch "sound money" (solides oder gesundes Geld) bezeichnet, ist eine weltweit gehandelte Währung die als zuverlässiger Wertspeicher dient. Im innersten Kern kann man Geld verstehen als ein sprachliches Werkzeug zum Ausdruck von Wert, oder einfach Dankbarkeit, gegenüber einem anderem. Wenn aber die Lebenshaltungskosten gegenüber der Lohnleistung immer mehr steigen, dann ist das Geld nicht mehr hart sondern weich. Weiche Währungen dienen nicht als Wertspeicher. Weiche Währungen werden konsumiert. Und erhöhter Konsum führt zu steigenden Lebenshaltungskosten (künstliche Inflation). Ein Teufelskreis, der nur durch Hartgeld durchbrochen werden kann.

Bitcoin hat uns beigebracht, nicht zu vertrauen, sondern zu überprüfen.

Das Grundproblem von konventionellen Währungen (Euro, Dollar,...) ist all das Vertrauen, das nötig ist damit sie funktionieren. Vertrauen heißt in diesem Zusammenhang, hat die Währung morgen noch die gleiche Kaufkraft wie heute. Bei derzeit 9% Inflation schwindet dieses Vertrauen schleichend. Was wir brauchen ist ein elektronisches Zahlungssystem, das auf kryptographischen Nachweisen statt auf Vertrauen basiert.

Bitcoin hat uns beigebracht, dass es schwierig ist die Zeit zu bestimmen.

Bitcoins werden nicht produziert oder erschaffen und es geht nicht darum mathematische Probleme zu lösen. Es geht um die Bestimmung der Zeit in einem dezentralen System. Als wir lernten wie Bitcoin funktioniert dachten auch wir, dass Proof-of-Work ineffizient und verschwenderisch sei. Nach einer Weile begannen wir jedoch unsere Sichtweise auf den Energieverbrauch von Bitcoin zu ändern. Bei Bitcoin geht es nicht darum mathematische Probleme zu lösen, sondern es geht darum sich unabhängig über die Ordnung der Dinge zu einigen. Proof-of-Work ist ein System in dem jeder überprüfen kann was passiert ist und in welcher Reihenfolge es passiert ist. Diese unabhängige Valdierung führt zu einem Konsens, zu einer individuellen Vereinbarung mehrerer Parteien darüber, wer was besitzt. Alle sind sich im Voraus einig, dass die Kette mit der meisten kumulierten Arbeit, die Quelle der Wahrheit ist. Ohne einen konsistenten Weg die Zeit zu definieren kann man kein "vorher" und "nachher" definieren. Eine zuverlässige Ordnung ist unmöglich.